Wie kann ein Aufenthalt im PflegeÜbungsZentrum helfen?

Start der Studie zur Gesundheit von pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen im PflegeÜbungsZentrum der Caritas in Mellrichstadt

Mellrichstadt. Wie können Menschen, die Angehörige zuhause pflegen, von neuen Unterstützungsangeboten profitieren und wie entwickelt sich ihr Gesundheitszustand langfristig? Diesen Fragen widmet sich ein Forschungsprojekt, das jetzt im PflegeÜbungsZentrum (PÜZ) der Caritas Rhön-Grabfeld in Mellrichstadt gestartet wurde. 

Die Studie begleitet das innovative Unterstützungsangebot der Caritas Rhön-Grabfeld wissenschaftlich. Sie untersucht Wohlbefinden, Belastungen und Stress bei pflegenden Angehörigen sowie die mögliche Entwicklung von psychischen Beschwerden wie Angststörungen und depressiven Symptomen, aber auch die gesundheitliche Entwicklung der Pflegebedürftigen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie sind Betroffene, die sich für ein bis drei Wochen in Deutschlands erstem PflegeÜbungsZentrum aufhalten und dort bei Alltagssituationen von der Caritas fachgerecht angeleitet und unterstützt werden.

 

Hintergrund zum Forschungsprojekt

Ziel der Studie ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Veränderungen der gesundheitlichen Situation der Betroffenen sowohl kurzfristig nach dem Aufenthalt im PÜZ als auch im Langzeitverlauf zu gewinnen.  „Es mangelt in Deutschland an guten Studien über den Nutzen von Versorgungsangeboten für pflegende Angehörige zur Stärkung ihrer mentalen und körperlichen Gesundheit. Dies ist auch aus gesellschaftlicher Sicht relevant, denn es darf nicht unterschätzt werden, wie stark pflegende Angehörige die stationäre Pflege und damit unser Gesundheitssystem entlasten“, so der Leiter des Forschungsprojektes, Prof. Dr. Thomas Keil, Präventionsforscher an der Universität Würzburg.

Der Projektkoordinator und Gesundheitswissenschaftler Patrick Janson vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Standort Bad Kissingen, ergänzt: „Die größte Herausforderung bei der Planung dieser Studie lag für uns darin, in einem stringenten Plan die Gefühlslage der Angehörigen, das pflegerische und medizinische Fachwissen und eine sehr unübersichtliche Versorgungslage über einen langen Zeitraum der wissenschaftlichen Begleitung zusammenzubringen.“

Das Projekt verbindet die Gesundheitsförderung einer oft älteren und verletzlichen Bevölkerungsgruppe im häuslichen Umfeld mit wissenschaftlicher Forschung. Diese Informationen werden mit standardisierten Online-Fragebögen und Telefoninterviews über einen Zeitraum von zwei Jahren erfasst. Im Mittelpunkt der Studie stehen die körperliche und die psychische Gesundheit sowie das subjektive Wohlbefinden der pflegenden Angehörigen sowie ihre Gesundheitskompetenz.

 

Breite Expertise der Caritas Rhön-Grabfeld

Vor Ort koordinieren das Projekt Frau Ulli Feder und Frau Andrea Ebert.

Das PflegeÜbungsZentrum (PÜZ) in Mellrichstadt ist ein praxisorientiertes Unterstützungsangebot für pflegende Angehörige und Menschen mit Pflegebedarf. Es verbindet Pflegecoaching, praktische Anleitung zu pflegerischen Tätigkeiten und Beratung zu Pflegehilfsmitteln mit der Möglichkeit des Probewohnens, sodass Paare und Familien in einer geschützten Umgebung ausprobieren können, wie eine Versorgung zu Hause gelingen kann.

„Der größte Pflegedienst in Deutschland sind pflegende Angehörige. Sie gilt es zu unterstützen und zu entlasten“, so Vorständin Angelika Ochs.

 

 

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Start für die Studie zur Gesundheit pflegender Angehöriger in Mellrichstadt (von links): Andrea Ebert, stellv. Pflegedienstleitung, Ulli Feder, Pflegedienstleitung, Angelika Ochs, Vorständin (alle Caritas Rhön-Grabfeld), Patrick Janson, Wissenschaftlicher Projektkoordinator (Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, LGL), Prof. Dr. Thomas Keil, Projektleiter (Universität Würzburg und LGL).  Foto: T. Keil

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