Aktionstag „Suchtberatung – kommunal wertvoll“ mit Offenem Informations- und Beratungsabend

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages „Suchtberatung – Kommunal wertvoll“ am 12. November 2026 bietet die Psychosoziale Beratungsstelle des Caritasverbandes in Bad Neustadt von 16:00 bis 20:00 Uhr einen Offenen Informations- und Beratungsabend an.

In dieser Zeit können sich Betroffene und Angehörige ohne vorherige Terminvereinbarung rund um die Themenbereiche Alkohol, Medikamente, Drogen, Essstörungen und Glücksspiel informieren. Zudem stehen die Mitarbeiterinnen der Suchtberatung für kurze Gespräche direkt zur Verfügung.

Abhängigkeit ist eine Erkrankung, die Auswirkungen auf fast alle Lebensbereiche hat. Hilfe für Suchtkranke ist notwendig und möglich. Der Weg in eine Beratungsstelle ist manchmal mit Ängsten, Scham, Zweifeln und vielen Fragen verbunden. Wie läuft eine Beratung ab? Bin ich abhängig? Wobei kann mir eine Suchtberatung helfen? Entstehen mir Kosten? Besteht Schweigepflicht? Ein erster unbürokratischer Schritt, diese und weitere Fragen zu klären, kann der für 12. November 2026 geplante Offene Info- und Beratungsabend der Suchtberatung sein. Im Foyer des Caritashauses besteht zwischen 16:00 und 20:00 Uhr die Möglichkeit, sich unverbindlich und anonym durch ausgelegte Broschüren zu informieren. Wenn weitergehender Beratungsbedarf besteht können kurze Erstgespräche mit den Mitarbeiterinnen der Suchtberatung geführt werden – ohne vorherige Terminvereinbarung, kostenfrei und vertraulich.

Der deutschlandweite Aktionstag Suchtberatung steht in diesem Jahr unter dem Motto „Nah, wirksam, unverzichtbar“ – er soll den Stellenwert der Suchtberatungsstellen deutlich machen und über deren Arbeit und Aufgaben informieren. Denn: Vielen Menschen ist bislang (noch) nicht bekannt, welche vielfältigen Aufgaben Suchtberatung übernimmt und wie sie auf individueller und gesellschaftlicher Ebene unterstützt. Dabei ist Abhängigkeit kein Randthema, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft: Fast 10 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Abhängigkeitserkrankung – und dabei sind alle Altersgruppen und Schichten betroffen.

Suchtberatungsstellen sind in jedem Landkreis direkt vor Ort Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige. Sie beraten bei problematischem Konsum von Suchtstoffen wie Alkohol, Cannabis oder weiteren Drogen, aber auch bei nicht stoffgebundenen Verhaltensweisen wie Glücksspiel oder Essstörungen. Sie bieten Unterstützung dort wo sie gebraucht wird: im Alltag der Menschen – nah, niedrigschwellig und kostenfrei. Suchtberatung baut Brücken und vernetzt die verschiedenen Hilfesysteme.

Die Arbeit der Suchtberatungsstellen zeigt messbare Erfolge. Frühzeitige Beratung und gezielte Unterstützung kann langfristige Folgen von süchtigen Verhaltensweisen deutlich reduzieren. Das hilft nicht nur Betroffenen und Angehörigen, sondern entlastet auch Gemeinschaftskassen, Justiz und Rettungswesen. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Stellen wie Kliniken und sozialen Diensten steigert die Wirksamkeit des gesamten Hilfesystems – zum Wohle aller.

Suchtberatungsstellen bieten Hilfe, die sich lohnt und unverzichtbar ist. Werden in Zeiten leerer Kassen Hilfen aufgrund von Mittelkürzungen zurückgefahren, drohen Betroffene durchs Raster zu fallen. Zugleich spart Suchtberatung der Gesellschaft auch eine Menge Geld. Laut einer Simulationsrechnung für 2019 in Zusammenhang mit einer Studie (SROI 3) zur Wertschöpfung der ambulanten Suchtberatung in Bayern konnte die ambulante Suchthilfe Bayern gesellschaftliche Folgekosten von substanzbezogenen Suchterkrankungen in Höhe von 474 Millionen Euro vermeiden. Damit zeigt sich, dass auch bzw. gerade in finanziell angespannten Zeiten und bei veränderten Gegebenheiten jeder eingesetzte Euro für die frühzeitige Unterstützung von Suchtkranken gut investiert ist.

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