Schwester Dr. Katharina Ganz wird neue Caritas-Präsidentin

Ehemalige Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen wird Chefin des größten Wohlfahrtsverbands Europas

Freiburg/Kloster Oberzell (POW) Schwester Dr. Katharina Ganz (56), ehemalige Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, wird neue Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. Der Caritas-Aufsichtsrat wählte die promovierte Theologin und Sozialpädagogin am Mittwoch, 8. Juli, in Freiburg zur Nachfolgerin von Eva Maria Welskop-Deffaa, die im Februar nach fast zehn Jahren im Vorstand des größten Wohlfahrtsverbands Europas in den Ruhestand geht. 

Dr. Frank Johannes Hensel, Vorsitzender des Caritasrats des Deutschen Caritasverbandes, zeigte sich über die Wahl erfreut: „Schwester Katharina wird mit ihrer Führungserfahrung, ihrer theologischen und spirituellen Verankerung, ihren praktischen Erfahrungen in der sozialen Arbeit und ihrem politischen Gestaltungswillen eine große Bereicherung für den Deutschen Caritasverband sein.“

Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbands Würzburg, erklärte: „Die Wahl von Schwester Katharina zur künftigen Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes ist eine Überraschung. Ihr bisheriger Weg führte sie nicht durch die vielfältigen Strukturen der Caritas. Sie ist quasi eine Quereinsteigerin in das Netzwerk des weitverzweigten Verbandes. Umso beachtlicher ist, dass die Mitglieder des Caritasrates, also der Vertreter aus allen Bereichen der Caritas, eine Persönlichkeit an die Spitze wählten, die aus dem Bereich der Ordensgemeinschaften kommt. Darin sehe ich ein wichtiges Signal, dass Caritas und Pastoral stärker zusammengedacht und entwickelt werden müssen. Ich gratuliere Schwester Katharina zur Wahl und dem damit zum Ausdruck gekommenen Vertrauen. Zugleich wünsche ich ihr, dass sie sich zügig in die weite Caritaslandschaft mit ihren vielfältigen Diensten und Angeboten sowie die Verbandsstruktur einarbeiten wird. Ebenso wünsche ich ihr eine gute Hand, um das Netzwerk der Caritas zusammenzuhalten, die Verknüpfung mit der verfassten Kirche zu verstärken und das offene Ohr der Gesprächspartner in der Politik zu finden. Das Leitwort der Caritas in diesem Jahr passt bestens: ‚Zusammen geht was …!‘“

Die in Willanzheim (Landkreis Kitzingen) geborene Ordensfrau bringt umfassende Erfahrung in der sozialen Arbeit und Verbandsleitung mit. Nach dem Abitur am Münsterschwarzacher Egbert-Gymnasium und einem Diplomstudium der Katholischen Theologie sowie des Sozialwesens in Würzburg verbrachte Ganz zunächst ein Jahr als Missionarin in der Zentralafrikanischen Republik. 1995 trat sie in das Kloster Oberzell ein und legte 2002 die Ewige Profess ab. 

Von 1999 bis 2004 arbeitete sie als Sozialpädagogin im Würzburger „Haus Antonia Werr“ mit Betroffenen von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Nach Stationen als Leiterin des Hauses Klara (2006) und Rätin in der Generalleitung sowie Verantwortliche für die klösterliche Öffentlichkeitsarbeit (ab 2007) leitete sie von 2013 bis 2025 die weltweit tätige Ordensgemeinschaft. Ganz gilt zudem als profilierte Stimme für Frauenrechte in Kirche und Gesellschaft. 2016 erwarb sie mit einer pastoraltheologischen Arbeit über die Ordensgründerin Antonia Werr den Doktortitel in Katholischer Theologie.
Mit der Amtsübernahme im Februar 2027 führt Ganz den größten privaten Arbeitgeber Deutschlands mit rund 770.000 hauptamtlichen Mitarbeitenden, davon rund 80 Prozent Frauen, und bundesweit über 25.000 Einrichtungen. 

 

 

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© Elke Schänzler (Deutscher Caritasverband)

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