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Zahlreiche Besucher kamen am Mittwoch in die Karl-Fritz-Stube nach Mellrichstadt, um sich im Rahmen des landkreisweiten Aktionsmonats „Gesund älter werden“ mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen.

Eingeladen hatten zu diesem Abend die Macherinnen der Selbsthilfegruppen „Vergiss-Mein-Nicht“ und „Die Spurensucher“ Johanna Dietz und Martina Heinrich. In Theorie und Praxis wurde den Anwesenden Verständnis für Demenzbetroffene und ihre Angehörigen näher gebracht . Weitere Informationsmöglichkeiten boten ein Büchertisch und Broschüren rund um das Thema Demenz und Pflege.

Zunächst gab es einen Überblick über die Krankheitsbilder  verschiedener Demenzformen und die Auswirkungen auf das tägliche Leben der Betroffenen. Ausgehend von der Tatsache, dass dementiell erkrankte Patienten im Verlauf der Erkrankung an einen Punkt kommen, an dem sie nicht mehr Entscheidungsfähig sind, standen als nächstes Vorsorgevollmacht, Patenten- und Betreuungsverfügung im Mittelpunkt. Es wurde ausgeführt, wann welche Vollmacht sinnvoll ist und wie sie erstellt werden kann.

Pflegentlastungsmöglichkeiten wurden an Beispielen aus dem Pflegealltag erläutert. Wichtig war dabei die Ermutigung der pflegenden Angehörigen sich rechtzeitig die passende Hilfe zu holen. Denn ein Demenzpatient muss 24 Stunden am Tag betreut werden und ohne Hilfe übersteigt das in der Regel die Kräfte der pflegenden Angehörigen schon nach kürzester Zeit.  

Nach der theoretischen Einführung in das Thema Demenz und Pflege konnten die Teilnehmer sich an einem 4-teiligen Parcours versuchen, der ihnen die Gefühlswelt eines Demenzpatienten näher bringen sollte.

So bekamen die Anwesenden z.B. ein Familienfoto vorgelegt, mit der Aufforderung die Personen zu benennen, die angeblich ihre Familie darstellten. Das war natürlich nicht möglich, da sie außer einer Referentin niemanden auf dem Bild kennen konnten. Das bot die Möglichkeit  nachzuvollziehen, wie man sich fühlt, wenn einem jemand sagt, hier siehst du deine Familie, die musst du doch kennen, aber man kann sie nicht erkennen. Das Nichterkennen von nahen Angehörigen gehört mit zu den schmerzlichsten Erfahrungen, die Familien in der Pflege von Demenzpatienten erleben können.

In einer Schlussrunde waren sich die Teilnehmer einig, dass sie durch die Erfahrung mit den gestellten Aufgaben jetzt mehr Verständnis für das Verhalten von Demenzpatienten und die schwierige Situation der pflegenden Angehörigen haben.

©Martina Heinrich

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